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Biikebrennen Sylt

Das Biikebrennen: ein historisches Ereignis

Alljährlich wird einer der ältesten nordfriesischen Bräuche entlang der schleswig-holsteinischen Nordseeküste zelebriert, der den Winter mit einem Fackelzug beenden soll. Es handelt sich hierbei um ein gemeinschaftliches Feuerfest, bei dem böse Geister vertrieben und somit die neue Ernte geschützt werden sollte. Sein Ursprung liegt bereits mehr als 2.000 Jahre zurück. Im Laufe der Zeit wurden die Gründe für das Biikebrennen vielfältiger. Ab 1830 verabschiedete man so die Walfänger, um den Gott Wotan gnädig zu stimmen. Grundlage des Brauches war, dass sich die Seeleute stets zur selben Zeit am Hafen versammelten und ihre Pläne für die anstehende Fangsaison besprachen.

In diesem Zeitraum fiel letzten Endes auch die endgültige Festlegung eines einheitliches Datums: der 21. Februar markiert seitdem das Volksfest in Nordfriesland. Die Biiki wird im Deutschen mit Zeichen oder Feuermal übersetzt und charakterisiert den Brauch daher auch sprachlich. Daher mag es kaum verwundern, dass man sich heutzutage auf alte Zeiten besinnt und Reden auf Friesisch und Söl’ring hält.

Die Biike heute und Sylter Fackelzug

Biikefeuer an der Küste SyltsHeute gibt es natürlich keinen Walfang mehr, der Grundlage des Biikefeuers sein könnte. Stattdessen werden auf Sylt, Amrum, Föhr und weiten Teilen des schleswig-holsteinischen Festlands mehr als 60 Biiken entzündet, um den Winter endgültig zu vertreiben. Dafür sammeln Feuerwehrleute und Gemeindemitarbeiter zahlreich Brennmaterial, welches auf einem großen Haufen gesammelt wird. Dieser wird nach dem traditionellen Fackellauf – Fackeln gibt es zu dieser Zeit überall auf Sylt kostenlos – unter dem Aufruf „Tjen di Biiki on“ (zu Deutsch: „Zündet die Biike an!“) entflammt.

Oftmals ist dies für die Insulaner die geeignete Möglichkeit, um ihre Weihnachtsbäume – nicht zu verwechseln mit dem Jöölboom (VerlinkungWeihnachten auf Sylt) – zu verbrennen. Nicht selten findet man eine Strohpuppe oder dergleichen im Feuer wieder, welches das Petermännchen symbolisiert. Die Verbrennung dessen ist gleichzusetzen mit der Vertreibung des Winters. Dazu werden Reden auf Friesisch über die Vergangenheit, aber auch tagesaktuelle und vor allem politische Ereignisse gehalten.

Im Anschluss an das Biikebrennen kehrt man in gemütliche Räumlichkeiten ein. Dort trifft man sich auf eine angenehme Plauderei und das traditionelle Grünkohlessen mit Kassler und Süßkartoffeln zu treffen.

 

 

Doch damit nicht genug: Während der ganzen Zeit des Biikebrennens über finden verschiedene Veranstaltungen auf der gesamten Insel statt. So werden Theaterstücke auf Friesisch aufgeführt, es gibt Kinderbiiken an Schulen und der Frasche Rat (zu Deutsch: Friesenrat) tagt. Die Erhaltung des Brauchtums rund um das Biikefeuer gepaart mit der Betonung der friesischen Kultur führte schließlich dazu, dass das Biikebrennen im Jahr 2014 von der UNESCO in das nationale Verzeichnis der immateriellen Kulturgüter aufgenommen wurde.

Lassen Sie sich dieses einzigartige Biikebrennen nicht entgehen und treten sie mit einer Fackel bewaffnet den Fackelzug an. Es ist an der Zeit, den Winter zu verabschieden. Ein Biikefeuer wird auch in unmittelbarer Nähe zu unserem Haus Westerland entzündet.